Chikungunya-Impfung
Überträger
Die Chikungunyaviren werden vor allem durch die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen.
Vorkommen
Das Vorkommen von Chikungunya-Viren wurde weltweit bisher für über 60 Länder nachgewiesen. Die von Chikungunya betroffenen Regionen haben sich in den vergangenen Jahren ausgeweitet. So ist Chikungunya in vielen Ländern des südlichen und südöstlichen Asiens wie Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Malediven, Myanmar, Philippinen, Sri Lanka, Thailand, sowie Vorderasiens und auf dem indischen Subkontinent verbreitet. Neben Asien sind auch zahlreiche afrikanische Staaten davon betroffen.
Seit dem Jahr 2013 werden auch in der Karibik, in Süd- und Mittelamerika wie Brasilien, Bolivien und Kolumbien sowie in den USA Fälle beobachtet. Vereinzelt fanden sich auch bereits Chikungunya-Ausbrüche in Südeuropa statt wie Italien seit 2007, Frankreich seit 2015 oder Spanien seit 2017.
Beschwerdebild
Chikungunya heißt "der gekrümmt Gehende" und weist darauf hin, dass die Krankheit mit starken Gliederschmerzen verbunden ist. Wenige Tage nach der Infektion entwickeln die Betroffenen in der Regel rasch ansteigendes und hohes Fieber mit schweren Gelenkschmerzen mit hoher Berührungsempfindlichkeit, so dass sie sich kaum noch aufrecht halten können. Die Gelenkbeschwerden treten dabei meist in beiden Körperhälften auf. Das Fieber dauert in der Regel nur wenige (im Mittel drei) Tage an.
Andere häufige Symptome sind: Muskel- bzw. Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Hautausschlag - mäßig juckend, punktförmige Hautblutungen, leichtere Formen von Schleimhautblutungen, z. B. aus der Nase oder am Zahnfleisch, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Augenentzündungen und Magen-Darm-Beschwerden. Normalerweise klingt die Erkrankung nach etwa ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab. Allerdings kann es auch zu chronischen Verläufen mit starken Gelenkentzündungen kommen, die Monate und sogar Jahre andauern können.
Schutzimpfungen gegen Chikungunya
Derzeit gibt es zwei zugelassene Impfstoffe gegen Chikungunya:
- Seit Februar 2025 ist der Totimpfstoff Vimkunya von Bavarian Nordic in Europa zugelassen. Die Markteinführung erfolgte im Mai 2025. Dieser Impfstoff ist ab dem vollendeten 12. Lebensjahr zugelassen. Es wird nur eine Impfdosis benötigt.
- Seit März 2023 ist der Lebendimpfstoff Ixchiq von Valneva im Handel. Auch hier ist nur eine Einzeldosis notwendig, er ist ab dem 12. Lebensjahr zugelassen. Auch hier wird nur eine Impfdosis benötigt
Seit Juni 2025 empfiehlt die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin sowie die STIKO die Impfung für Reisen in aktuelle Ausbruchgebiete und häufig wiederkehrenden Reisen oder Langzeitaufenthalten in Endemiegebieten (z.B. Familienbesuche im Heimatland).
Gerne beraten wir Sie vor Ihrer geplanten Reise individuell, ob und welche Impfung gegen Chikungunya für Sie sinnvoll sein kann. Vor allem, wenn es in Länder mit schwierigen medizinischen und hygienischen Verhältnissen geht.
Gerne informieren wir Sie ausführlich und individuell über diese Schutzimpfung in unserer reisemedizinischen Sprechstunde. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!